Wie rede ich eigentlich mit mir? Teil 3: Selbst-Mitgefühl trainieren

Wie wir beim Sporttraining unsere körperliche Kondition trainieren können, so können wir auch unser Mitgefühl mit uns selbst trainieren. Stärken Sie sich, in dem Sie aufmerksamer und freundlicher gegenüber sich selber sind.

1. Trainingseinheit. Auf sich achtgeben!

Es ist wichtig, zunächst unser Bewusstsein für unseren inneren Dialog zu schärfen, um mitzubekommen, was wir uns den lieben langen Tag so erzählen.

Beobachten Sie sich selber. Seien Sie sich selber gegenüber aufmerksam: „Wie denke ich über mich? Wie spreche ich mit mir selbst?“ Wie gehe ich mit mir um, wenn ich einen Fehler gemacht habe?

Lernen Sie Ihren inneren Kritiker / Ihre innere Kritikerin kennen:  Was sagt er/ sie? Wie spricht er/sie mit Ihnen? Mit Kommentaren spart er/sie meistens nicht: „Du kannst es einfach nicht.“ „Streng Dich an!“ „Beeil Dich mal ein bisschen“! „Das geht doch echt noch besser!“

Es gehört Mut dazu, dem inneren Kritiker/ der inneren Kritikerin in die Augen zu sehen und hinzuhorchen, worauf er/sie uns aufmerksam machen will. Vielleicht geht es darum, die Anerkennung anderer zu bekommen, Dazuzugehören oder um Wertschätzung, …! Hören Sie auf das Bedürfnis dahinter.

Frei nach dem Motto: „Ich muss mir von mir selbst nicht alles gefallen lassen!“ (Victor Frankl), haben Sie die persönliche Freiheit, anders über sich zu denken und so für sich und ihre Bedürfnisse zu sorgen.

"Der, den ich liebe, hat mir gesagt, dass er mich braucht. Darum gebe ich auf mich acht! Sehe auf meinen Weg und fürchte von jedem Regentropfen, dass er mich erschlagen könnte." (Bertold Brecht)

2. Traininigseinheit: Sich selbst die beste Freundin, der beste Freund sein!

Wünschen Sie dem Menschen, mit dem Sie im Leben am meisten zu tun haben – nämlich sich selber – etwas Freundliches!

Was brauchen Sie in diesem Moment? Ein wenig Verständnis, Geborgenheit, Ruhe, Zuversicht, Unbeschwertheit, …?

Aktivieren Sie die innere Freundin, den inneren Freund in sich. Hören Sie auf die ermutigende Stimme in sich. Was würde ich einer guten Freundin, einem guten Freund raten, wenn sie / er in meiner Situation wäre?

Selbstmitgefühl

Also anstelle von: “Ich bin ein totaler Versager. Sogar das kriege ich nicht hin. Bei allen anderen klappt’s doch aus, nur bei mir nicht. Ich sollte es am besten gleich aufgeben.”
Sagen Sie besser: „Ich wünsche mir selber Zuversicht. Aller Anfang ist schwer. Jede Veränderung braucht Geduld und Zeit. Ich mache einfach weiter und gebe mein Bestes.“

Das Leben kann sehr viel einfacher werden, wenn wir uns selber mögen.

"Alle akzeptieren mich so, wie ich bin. Jetzt ICH noch." (Loesje)

3. Trainingseinheit: Vertrauen ins Leben haben – Wir sind nicht allein!

Machen Sie es sich bewusst: Sie sind nicht allein! Es tut gut, sich mit anderen Menschen verbunden zu fühlen. Geht es uns schlecht, neigen wir dazu, uns zurückzuziehen und uns von anderen Menschen zu isolieren. Wenn wir einen schlechten Tag haben, Fehler machen und negatives Feedback bekommen, denken wir vielleicht, dass es nur uns so geht. Das passiert aber den meisten Menschen. Wir glauben, die anderen haben es leichter und besser im Leben als wir.

Klar ist, wir sitzen alle im selben Boot.

Eine Übung für Sie:

Wofür sind Sie dem Leben und den Menschen um Ihnen herum dankbar?

  • Überlegen Sie einmal drei Aspekte Ihres Lebens, für die Sie dankbar sind (Ereignisse, Personen, Begebenheiten, …) 

Wofür sind sich selbst dankbar?

  • Beschreiben Sie drei Ihrer eigenen Qualitäten (Begabungen, Eigenschaften), für die Sie dankbar sind. 

"Alles was Du brauchst, trägst Du bereits in Dir. Denke nicht so oft an das, was Dir fehlt, sondern an das, was Du hast."

Zum Stöbern - Buchtipps und Links

  • Neff, Kristin (2022): Kraftvolles Selbstmitgefühl für Frauen: Klar für sich selbst einstehen, engagiert handeln und Erfüllung finden. Kailash Verlag. München

Workshops zum Thema

Coaching für den inneren Dialog – Sich selbst die beste Freundin sein.